Borussia Mönchengladbach – ein Treterklub?

Letzte Woche ist es bei Abpfiff ruhig gewesen, den wenigen aufregenden Szenen des 31. Spieltages schloss sich ein 32. Spieltag an, an dem es einfach wäre, wieder auf Deniz Aytekin zu schimpfen, dessen Performance dem 1.FC Köln wohl zum endgültigen Klassenerhalt verholfen hat. Stattdessen fangen wir nun früh mit einer Rückschau an:

Bereits 8 mal in dieser Saison wurde ein Spieler von Borussia Mönchengladbach des Feldes verwiesen. Sind die Spieler der früheren Fohlenelf also undiszipliniert und unfair, oder woher kommt diese hohe Zahl an Platzverweisen, die von den Medien und Kommentatoren so gerne als ein Grund für den Tabellenstand herangezogen werden? Schauen wir uns die Platzverweise einmal an:

5.Spieltag: Mo Idrissou sieht im Heimspiel gegen St.Pauli in der Schlussminute die gelb-rote Karte. Die TV-Bilder können keinerlei Vergehen nachweisen, noch eher wird er im Luftduell in den Rücken gestoßen. Nicht umsonst hat Borussia damals Protest gegen die Entscheidung von Deniz Aytekin eingelegt, auch wenn natürlich die Chancen nahezu 0 waren, eine Tatsachenentscheidung umzukehren.

6. Spieltag: Roel Brouwers Platzverweis war hingegen wenig diskussionswürdig. Borussia führt auf Schalke mit 2:1 als der Niederländer im Zweikampf gegen seinen Landsmann Klaas-Jan Huntelaar zu spät kommt und diesen mit den Stollen am Oberschenkel trifft. Rüde und nur mit sehr viel Wohlwollen von Peter Gagelmann hätte Roel Brouwershier mit einer gelben Karte davonkommen können.

8.Spieltag: Juan Arango im Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim: Der Venezolaner wird beim Stand von 1:1 in der 62. Minute von Sejad Salihovic regelwidrig bearbeitet, im Zweikampf in die Ferse getreten und fällt daraufhin hin. Arango verliert die Beherrschung und tritt dem Bosnier im Liegen in die Leiste. Tätlichkeit, Duschen, gerechtfertigte Rote Karte von Michael Weiner.

Gleiches Spiel, 20 Minuten Später. Sebastian Schachten bringt – wenn auch beunabsichtigt – Demba Baim Strafraum zu Fall, Elfmeter und streng den Regeln zu Folge auch eine Rote Karte. Solange über den Antrag des DFB diese doppelte Bestrafung abzuschaffen nicht entschieden ist, müssen wir damit leben und eben auch solche Platzverweise akzeptieren.

15. Spieltag: Der Argentinier Raul Bobadilla fliegt beim Spiel gegen Hannover 96 in der 42. Minute vom Feld, nachdem er Sergio Pinto an den Oberschenkel tritt. Eine Handlung, nachdem Pinto ihn die komplette bisherige Spielzeit behakelt hatte. Beim Stand von 1:0 für Borussia gab es aber keinen Grund für ihn, die Beherrschung so zu verlieren, nach der Entscheidung von Marco Fritz noch auf Pinto losgehen zu wollen und am Ende noch den 4. Offiziellen Christian Fischerzu beleidigen.

21. Spieltag: Thorsten Kinhöfer schickt Dante mit gelb-rot vom Platz. Eine sehr zweifelhafte Entscheidung, denn Dante spielt im Strafraum gegen Pavel Progrebnyak klar den Ball. Doppelt ärgerlich für Borussia, denn wenige Momente zuvor hat Mo Idrissouauf der anderen Seite einen regulären Treffer erzielt, der aberkannt wurde.

22. Spieltag: Eine Szene, die eine Fair-Playdebatte ins Rollen brachte. Igor de Camargo, gefoult von Matthias Lehmann, läuft auf diesen zu, berührt ihn aber nicht. Dennoch täuscht Lehmann vor, einen Kopfstoß bekommen zu haben. Wolfgang Stark entscheidet sich zum Entsetzen von Borussia für die rote Karte für de Camargo, der zu diesem Zeitpunkt einen Lauf hatte und in 4 der letzten 5 Spiele traf.

30. Spieltag: Mike Hanke wird von Deniz Aytekin vom Platz gestellt. Über diesen überzogenen Platzverweis, habe ich bereits an anderer Stelleberichtet.

Fazit: Die Hälfte der Platzverweise gegen Borussia waren unberechtigt. In der kicker-Fairplaytabelle würde Borussia ohne die 3 gelb-roten und einer roten Karte mit 66 Punkten im Mittelfeld der Liga stehen. Spekulativ, aber nicht unwahrscheinlich, dass auch in der Tabelle, die am Ende über Aufstieg und Klassenerhalt entscheidet, Borussia besser dastehen würde.

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