3. Spieltag: Die Sache mit Marco Reus

Es gibt Themen, die drängen sich einem auf und dann gibt es Themen, die eher am Rand stehen, aber gerne mal besprochen werden wollen. Diese Woche würde ich gerne Elfmetersituationen im Zweikampf Mann gegen Mann sprechen. Am Beispiel eines Spielers, der gleich zwei Elfmeter in zwei aufeinanderfolgenden Spielen bekommen hat: Marco Reus.

Marco Reus ist ein junges deutsches Talent in den Reihen von Borussia Mönchengladbach, die letzte Saison angeblich sogar ein Angebot über 15 Millionen € vom Gegner des dieswöchigen Spieltages, dem VfL Wolfsbug, ausschlugen und lieber auf die Dienste des 22jährigen setzten.

Der gebürtige Dortmunder kommt vornehmlich über die rechte Offensivseite, kann aber auch als hängende Spitze oder über die linke Seite kommen. So wie am vergangenen Freitag, nachdem mit Michael Schulze ein nahezu bundesligaunerfahrener Rechtsverteidiger für den verletzten Hasan Salihamidzic eingewechselt wurde. Dieser Michael Schulze hatte so seine Probleme mit dem flinken Reus, dessen Nationalelfdebüt jetzt schon zum 4 mal verschoben wurde. So kam es dann auch im Strafraum zu einem Aufeinandertreffen von Schulze und Reus. Der Ex-Wolfsburger und Ex-Nationalspieler Mike Hanke schickt Reus in die Tiefe, der im Strafraum den Ball an Schulze vorbeilegt und nach dem Zusammenprall mit dem Jungwolfe hinfällt. Schiedsrichter Markus Schmidt entscheidet sofort auf Elfmeter und verwarnt Schulze mit der gelben Karte.

Markus Schmidt kann den Elfmeter mit der DFB-Regel zum Direkten Freistoß rechtfertigen, denn es heißt dort:

Ein Spieler verursacht einen direkten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er eines der nachfolgend aufgeführten sieben Vergehen nach Einschätzung des Schiedsrichters fahrlässig, rücksichtslos oder mit unverhältnismäßigem Körpereinsatz begeht:
 einen Gegner tritt oder versucht, ihn zu treten,
 einemGegner das Bein stellt oder es versucht,
 einen Gegner anspringt,
 einen Gegner rempelt,
 einen Gegner schlägt oder versucht, ihn zu schlagen,
 einen Gegner stößt,
 einen Gegner bedrängt

Demgegnerischen Teamwird ebenfalls ein direkter Freistoß zugesprochen, […]

Elfmeter gibt es wegen des Zusatzes:

Strafstoß
Begeht ein Spieler des verteidigenden Teams eines der genannten zehn Vergehen im eigenen Strafraum, ist dies durch einen Strafstoß zu ahnden, vorausgesetzt, der Ball war im Spiel. Dabei ist unerheblich, wo sich der Ball zum Zeitpunkt des Vergehens befand.

Ähnliches spielte sich eine Woche zuvor ab, als Manuel Gräfe nach einem Zweikampf zwischen dem Stuttgarter William Kvist und dem angesprochenen Reus auf den Elfmeterpunkt zeigte. Nun war dieser Zweikampf zwischen dem aus Kopenhagen gekommenen Kvist und Reus streitbar, da ein ähnlicher Rempler von Reus vor dem Strafraum Kvist nicht dazu brachte, hinzufallen. Man kann diese Szene sicher 10 Fußball-Fans vorsetzen und man bekommt 12 verschiedene Aussagen zu dieser Situation. Fakt ist: Marco Reus hat in beiden Situationen enorm viel Tempo aufgenommen, bei dem auch leichte Berühungen ausreichen, aus dem Tritt zu kommen. Fakt ist aber auch: Reus verhält sich in beiden Situationen sehr clever und nutzt die Möglichkeit, die ihm der Gegenspieler bietet, geschickt aus.

Eine Schwalbe waren beide Situationen nicht und dennoch muss der kommende deutsche Nationalspieler aufpassen, kein Image des leicht fallenden angeheftet zu bekommen. Dann wird es erfahrungsgemäß schwieriger einen Elfmeter für sich zu bekommen. Das wäre schade, wenn dieses riesige Talent, dass vor zwei Jahren für geschätze 800.000€ von Rot-Weiß Ahlen kam und jetzt einen Marktwert im zweistelligen Millionenbereich hat, durch solche Szenen zukünftig benachteiligt wird. Einen fairen Sport wollen wir doch alle. Wobei dazu dann auch dazugehört, dass Marco Reus sich selbst immer wieder hinterfragt, in welchen Szenen er in Zukunft fällt. Allerdings ist der bodenständige Junge bisher nicht durch Übertreibung aufgefallen. Hoffen wir, dass es so bleibt.

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Eine Antwort zu 3. Spieltag: Die Sache mit Marco Reus

  1. Christian schreibt:

    Wenn das Foul im 16er stattfindet und es Strafstoßwürdig ist, dann ist es egal, ob der Spieler Fallsüchtig ist oder nicht. Allein die Tat, die zum Fall führt ist der Grund für einen Pfiff durch den Schiedsrichter.

    Ein schlechtes Image bekommt Herr Reus nur durch Schwalben.

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